Merkur 2003



  
 

Merkur am 30.09.2003 (drei Tage nach der Dichotomie), f = 4200 mm, Rotfilter RG 610, 04:45 UT - 05:15 UT, in Originalgröße und 2fach interpoliert. Deutlich erkennt man eine große dunkle Region sowie kleine helle Strukturen darin. Eine dieser hellen Strukturen befindet sich in unmittelbarer Nähe des Terminators. Diese Strukturen dürften keine Artefakte darstellen, da sie mehr oder weniger deutlich auf allen vier Aufnahmen in Erscheinung treten. Mit der Software MapMaker_Phase wurden vom zweiten und dritten Bild Kartendarstellungen in Zylinderprojektion berechnet. Norden ist oben, Westen links, der Nullmeridian entspricht dem rechten Bildrand. Der Ephemeris Generator des JPL lieferte die Werte ZM = 105.6° und B0 = 4.48°. Links daneben ist die auf denselben Maßstab skalierte Albedokarte der Merkuroberfläche aus dem Artikel "Properties of the Hermean regolith: I. Global regolith albedo variation at 200 km scale from multicolor CCD imaging", J. Warell and S. S. Limaye, Planetary and Space Science (Special Issue: Returns to Mercury) 49, 1531-1552, 2001 wiedergegeben (Download des Preprints). Dieser Karte liegen photometrisch korrigierte Aufnahmen zugrunde, d. h. der Einfallswinkel des Sonnenlichts wurde herausgerechnet, so daß durch die Karte ausschließlich echte Unterschiede der Oberflächen-Albedo wiedergegeben werden. Die Autoren weisen allerdings darauf hin, daß die sehr dunklen Gebiete bei ca. 0° und 140° Länge Artefakte sind. Zumindest der helle Fleck in der Nähe des Terminators auf meinen (photometrisch nicht korrigierten) Aufnahmen bei etwa (110°,-20°) besitzt ein Gegenstück in der Karte von Warell und Limaye; es handelt sich um den Ostteil der Beethoven-Region. In der untersten Zeile ist das zweite Bild in einer etwas dezenter bearbeiteten Variante wiedergegeben, so daß auch helle Gebiete am Westrand des Scheibchens aufgelöst werden. Sie liegen leider in der Nähe des von Warell und Limaye als unzuverlässig bewerteten Bereichs ihrer Karte; die helle Struktur bei etwa (160°,+12°) ist allerdings dennoch dort ebenfalls erkennbar. Die in den oberen Bildern erkennbaren vertikalen Strukturen, die auf das Fixed Pattern Noise der Kamera zurückzuführen sind, wurden durch Maskieren der entsprechenden Komponenten des Amplitudenspektrums beseitigt.
 

Merkur-Transit am 07.05.2003, fokal mit Refraktor 60/700 mm. Aufnahme gemeinsam mit meinem Sohn Sebastian.
 

Merkur am 16.04.2003 (drei Tage nach der Dichotomie), f = 2600 mm, 2fach interpoliert. Im Vergleich zur Aufnahme vom 14.04.2003 ist bereits eine leichte Abnahme des Beleuchtungsgrades des Merkurscheibchens zu erkennen.
 

Merkur am 14.04.2003 (ein Tag nach der Dichotomie), f = 2600 mm, 2fach interpoliert. Aufnahme gemeinsam mit meinem Sohn Alexander.