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Wörterbuch der Polizei (2. Auflage)


M. H. W. Möllers (Hrsg.), Verlag C. H. Beck, München, 2010.
Wöhler-Khalfallah: Stichworte zum politischen und religiösen Ausländerextremismus

Link zur Website des Verlags C. H. Beck


Islamischer Fundamentalismus - Von der Urgemeinde bis zur Deutschen Islamkonferenz


Verlag Hans Schiler, Berlin, 2009.

Eine Einführung in den islamischen Fundamentalismus. Seine Wurzeln in der Religion, seine Ursachen und Ausprägungen in der Gegenwart.

Die Autorin stellt sich den Fragen, die für die Erfassung des Phänomens des islamischen Fundamentalismus von zentraler Bedeutung sind, und weicht dabei auch den heiklen Momenten nicht aus. In welchem Maße ist der Islam als Religion verantwortlich für seine Radikalisierung? Welche Bewegungen sind heute bestrebt, die alte kriegerische Mythologie des Urislam wieder zu beleben, und verfolgen mit Vehemenz das Interesse, eine absolutistische Herrschaft zu errichten? Dabei führt der Weg über Saudi-Arabien, den Finanzier der Ausbreitung einer Ideologie, Ägypten, den Ort, an dem diese Ideologie an die urbane Welt angepasst wurde, und Pakistan, den Umschlagplatz der globalen Radikalisierung. In welchem historischen Kontext ist der islamische Fundamentalismus überhaupt entstanden, und welches sind die vielen Ursachen außerhalb der Religion selbst, die sein Aufkommen begünstigt haben? Die Beantwortung dieser Fragen ist essentiell, um zu konstruktiveren und langfristigeren Lösungen jenseits von Interventionskriegen und extralegalen Gefangenenlagern im Kampf gegen den Terrorismus gelangen zu können. Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan wird nach Kenntnisnahme der vielfältigen konkurrierenden Interessen eine andere Bewertung erfahren müssen. Die Spuren des Wirkens der Akteure des Fundamentalismus werden anhand ihrer Taten und Texte bis nach Deutschland und Europa nachgezeichnet, wo sie bestrebt sind, Einfluss auf die europäischen Muslime zu erlangen und im Namen des Kampfes gegen die Verfolgung den liberalen und säkularen Charakter des demokratischen Systems zu untergraben. Dabei wird auch die Frage gestellt, ob das 1400 Jahre alte Kalifatsmodell, auf das sich die modernen Fundamentalisten beziehen, zur Etablierung einer ultimativen Gerechtigkeit, wirtschaftlicher Prosperität und der Überwindung von Machtmissbrauch und Korruption taugt. Die differenzierte Herangehensweise wird die Auseinandersetzung mit dem islamischen Fundamentalismus erleichtern, eine politische Einschätzung ermöglichen und den Pauschalverdacht gegen Muslime ad absurdum führen. Gleichzeitig kann den westlichen Gesellschaften ein Weg gezeigt werden, worum es eigentlich bei der Auseinandersetzung mit dem Islam im Rahmen der Integration der Muslime in eine säkulare, liberale und soziale Demokratie gehen muss.

Das Buch ist erhältlich beim Verlag Hans Schiler und z. B. auch bei Amazon oder Buch.de.

Rezension

"[...] Dieses Buch der Islamwissenschaftlerin Katja Wöhler-Khalfallah kann man jedem, der sich in Zukunft zum Islam, insbesondere zu seinen fundamentalistischen Tendenzen, äußert, nur dringend als Informationsgrundlage empfehlen. Das Buch ist eine Monographie zum islamischen Fundamentalismus "von der Urgemeinde bis zur Deutschen Islamkonferenz" und gleichzeitig eine hervorragende Religionsgeschichte des Islam. [...]"

Winfried Stanzick - Vollständige Rezension


Der islamische Fundamentalismus, der Islam und die Demokratie
Algerien und Tunesien: Das Scheitern postkolonialer "Entwicklungsmodelle" und das Streben nach einem ethischen Leitfaden für Politik und Gesellschaft

Dissertationsschrift, Universität Trier, Fachbereich III (Politikwissenschaft)

Erschienen bei: VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2004.

Diese Arbeit reduziert das Phänomen des islamischen Fundamentalismus nicht auf die Religion des Islam, sondern betrachtet politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche sowie historische und internationale Ursachen für dessen Aufkommen. Ebenso werden die Gründe für die extreme Gewalt seiner radikalen Anhänger herausgearbeitet. Hierbei wird eine Vielzahl verfügbarer Quellen ausgeschöpft einschließlich des zur Verfügung stehenden arabischsprachigen Propagandamaterials, wodurch es gelungen ist, die politischen und gesellschaftlichen Ziele der Fundamentalisten und die Diskrepanz zwischen ihren öffentlichen Äußerungen und ihren tatsächlichen Absichten fundiert darzulegen. Darüberhinaus geht die Arbeit auf die Demokratiefähigkeit des Islams ein. Im Zuge der Untersuchung des Falles Tunesien war es möglich, ein persönliches Interview mit dem bedeutendsten tunesischen Fundamentalistenführer, Rached al-Ghannouchi, zu führen.

Inhaltsverzeichnis

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Rezensionen

Diese Doktorarbeit einer deutsch-tunesischen Politikwissenschaftlerin (Universität Trier) liefert eine tiefgreifende und differenzierte Analyse des Phänomens des islamischen Fundamentalismus. Zu dessen Ursachen führt die Autorin neben religiösen vor allem politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche, historische und internationale Ursachen an. Sie deckt die Diskrepanzen zwischen den öffentlichen Äußerungen und den tatsächlichen Absichten der Islamisten dezidiert auf, wobei sie arabischsprachiges Propagandamaterial zu Hilfe nimmt. Ihre verständlich geschriebenen, zuweilen spannend zu lesenden Ausführungen vermitteln nicht nur zahlreiche Informationen über die Handlungsweise der Fundamentalisten, sondern auch über die Verhältnisse in den beiden Ländern selbst. Der Bedeutung nach ist Algerien wesentlich mehr Raum gewidmet als Tunesien. Im Algerienteil geht sie zum Beispiel ausführlich der Frage nach, ob der Staat bzw. das Militär an den Massakern beteiligt waren. Neben der Auswertung von Literaturquellen war es ihr auch möglich, mit dem ehemaligen algerischen Premierminister Abdelhamid Brahimi zu sprechen, ebenfalls mit Rached al-Ghannouchi, Führer der tunesischen fundamentalistischen Bewegung. Im Anhang ist eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse und ein Verzeichnis der wichtigsten Personen aufgeführt.

Deutsch-Maghrebinische Gesellschaft - Medienspiegel 11/2004
 

Wöhler-Khalfallah legt eine überaus informative und materialreiche Arbeit vor, welche in systematischer Form über die Entwicklung des Islamismus in den beiden genannten Ländern berichtet. Allein von daher verdient ihre Arbeit Interesse, mangelt es doch noch an diesbezüglichen deutschsprachigen Veröffentlichungen mit wissenschaftlichem Anspruch. (...) Große Anerkennung verdient die methodische Herangehensweise, über eine vergleichende Betrachtung im Sinne von Länderstudien den Ursachen für das Aufkommen des Islamismus nachzuspüren. Hiervon kann die weitere Forschung sich anregen lassen, wäre doch eine Einbeziehung von weiteren Ländern in einen solchen Vergleich mehr als nur wünschenswert. (...)

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber
Humanismus aktuell 9(2005) Heft 16


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